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Das gibt Ärger!

Sonntag, 13. Juni 2010 | Autor: Steffen (2MenschReise)

Anmerkung vom 13. Juni 2010:
Ich muss mich doch nochmal melden und hier kurz was updaten: Ich habe diesen Beitrag nochmal nach oben geholt. Leider ist es inzwischen so weit, dass unsere Prognose von vor eineinhalb Jahren inzwischen Realität ist. Leider.

Ich hätte mir gewünscht, das das nie passiert. Mir hat es in Osch schließlich mit am besten auf der ganzen Reise gefallen und die Menschen dort waren durchwegs lieb und freundlich. Wie überall in Kirgisistan. Inzwischen ist es aber leider so weit, dass sich die Kirgisen mit den Usbeken kloppen. Noch schlimmer sogar, wie ich das erwartet habe: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,700373,00.html

Ich drück trotzdem die Daumen, dass sie das schnell wieder in den Griff bekommen!

Ursprünglicher Artikel vom 18. Dezember 2008:
Mitten in Osh gibt’s einen Berg auf dem Mohammed himself irgendwann gepicknickt und gebetet hat. Seither kostet’s 50 Cent für’s Hochlaufen und auch das Eis auf dem Gipfel ist teurer als unten in der Stadt.

Dafür hat man einen wirklich schönen Blick über die Stadt und Einheimische erklären uns das drohende Unheil: „In den Häusern da links wohnen die Usbeken. Da rechts in den Hochhäusern die Kirgisen.“ Hochhäuser sind, anders als in Europa, ein Zeichen für Reichtum und Fortschritt. Wer sich’s leisten kann, wohnt im Block. Links die kirgisische Uni und ein Stück weiter rechts die usbekische. Die kirgisische natürlich ein bisschen größer und schöner.

Wo die Grenze zwischen Usbeken und Kirgisen verläuft weiß hier jeder. Die eine Seite hat mit der Anderen nicht viel am Hut. Die Kirgisen wollen mit den Usbeken nichts zu tun haben, weil das „schlechte Menschen“ sind. Schlecht, weil sie altmodisch sind, die Frauen Kopftücher tragen und Usbeken immer und grundsätzlich zu viel Geld für ihre Unis und Schulen wollen. Außerdem klauen die das Wasser für ihre Felder und damit auch den kirgisischen Strom. Einfach schlechte Menschen diese Usbeken. Basta.

Die Usbeken halten nicht viel von den Kirgisen, weil die kirgisischen Mädels in ihren engen Hosen sowieso alles Huren sind. Die vögeln sich quer durch die Männerwelt und haben keine Ahnung und keinen Respekt von Tradition, Anstand und Religion. Ganz einfach „schlechte Menschen“ diese Kirgisen. Außerdem ist das Fergana-Valley, in dem auch Osh liegt, zur Hälfte usbekisches Gebiet. Blöd, diese Kirgisen.

Ich hab bis zum Schluss nicht ganz verstanden, warum hier eigentlich wer und wie und warum doof ist. Das Einzige was ich wirklich verstanden habe: Ich werde den Jungs und Mädels für die Zukunft ganz dicke die Daumen drücken, dass sie sich nicht irgendwann mächtig auf die Fresse hauen.

Ich war letztes Jahr im Kosovo. Da reden sie ziemlich ähnlich: Serben sind aber auch einfach „schlechte Menschen“. Kosovo-Albaner natürlich auch.

Keine Ahnung warum…

Thema: 5. Kirgisistan | Ein Kommentar

Tabuthema: Toilettengang

Freitag, 30. Januar 2009 | Autor: Steffen (2MenschReise)

Das ist ein heikles Thema: die Notdurft, der Toilettengang, das Kacken. Scheinbar spricht man nicht darüber. Ich tu es heute dafür richtig ausführlich; bis ins kleinste Detail. 

Ich in Indien:
Ja, ich gebe es zu: Ich benutze kein Klopapier mehr. Bei mir steht ein kleiner Pott neben dem großen Pott und aus der Wand kommt ein Wasserhahn. Wenn das Geschäft erledigt ist, rutsche ich auf dem großen Pott ganz nach vorne, fülle den kleinen Pott ganz voll mit Wasser und los geht’s: Vorbeugen so weit es geht. Mit dem Kopf zwischen den Knien den kleinen Pott oben an der Ritze ansetzen und vorsichtig kippen. Mit der anderen Hand wird gemütlich und natürlich gründlich gewaschen. Das ist mit ein bisschen Übung eine richtig entspannte und saubere Sache. Ich kippe übrigens mit links und wasche mit rechts – wenn das der „die Linke ist die schmutzige Hand Inder“ wüsste. Schande über mich.

Inder in Indien:
Der Inder ist da erwartungsgemäß einen Schritt weiter. Privatsphäre kennt er nicht und spart sich das Klo und den Wasserhahn. Er sitzt bewaffnet mit PET-Wasserflasche auf freiem Feld. Bevorzugt natürlich dort wo es was zu sehen gibt. Langeweile beim Kacken? – nicht sein Ding. Und so sieht man sie dann aus Bus und Bahn: Kackende Inder soweit das Auge reicht. Mal alleine, mal in Gruppen. Mal morgens, mal abends. Kacken als Gesellschaftsevent. Ich kann mir richtig vorstellen, wie der eine beim anderen Klingelt: „Hello my friend! Lust auf Kacken?“ 

Und das stimmt! Die sitzen wirklich genüsslich neben Hauptstraße oder Bahnstrecke in der Wiese und lassen’s krachen. Hat schon auch was…

Thema: 6. Indien | 12 Kommentare

Achtung Yoga!

Donnerstag, 29. Januar 2009 | Autor: Anna-Lena

Ein bisschen Meditation, ein bisschen Aluevera und natürlich Yoga – schon hat man den indischen Spirit garantiert! Von wegen. Hier sind sich die Experten gar nicht so einig über die heilende Wirkung von Yoga. Ganz im Gegenteil: Yoga soll sogar gefährlich sein…

Podcast: Yoga

Thema: 6. Indien, Podcasts | Ein Kommentar

Knock-down

Mittwoch, 28. Januar 2009 | Autor: Anna-Lena

Ich habe hier viele Freunde, die mein Zimmer toll finden. Und wie Inder so sind, klopfen sie nicht an, sie sagen vorher auch nicht bescheid. Sie sind einfach da. So war es auch gestern wieder: Ich wollte in aller Ruhe meine kalte Dusche spät abends genießen und da waren sie scharenweise in meinem Badezimmer: Ameisen! Da hört der Spaß dann wirklich auf.

Baygon muss her –Insekten töten leicht gemacht. Dieser Multi-Insect Killer hat’s echt in sich. Innerhalb von Sekundenbruchteilen waren sie tot, alle miteinander. Und irgendwie waren sie zusammengeschrumpft, es waren nur noch kleine schwarze Punkte übrig.
Ein bisschen mulmig wurde mir ja: Risiken und Nebenwirkungen hatte ich mir nicht durchgelesen und was in Deutschland längst verboten ist, wird hier mit HMR (High Mortality Rate) beworben…

Also schnell mal nachgucken, was Baygon und seine „ich-töte-dich“-Gifte Allethrin und Deltamethrin eigentlich sind. Und ein Glück, ich muss nicht sterben. Allethrin und Delthamethrin sind Nervengifte, wie ich gelernt habe. Insekten nehmen die über ihre Körperoberfläche auf. Wir Menschen nicht!
Bei den armen Ameisen öffnen Allethrin und Deltamethrin einen Kanal zu den Nervenzellen. Der Schlüssel zum Tod sozusagen. Denn jetzt senden diese Nervenzellen unentwegt Nervenimpulse raus. Die arme Ameise tut wie ihre Zellen sagen: sie krampft und krampft und krampft, solange bis sie gelähmt ist, sich nicht mehr bewegen kann und schließlich stirbt… Knock-down Effekt wird das genannt. Interessant.

Ein Glück, dass ich kein Insekt bin.

Thema: 6. Indien | 3 Kommentare

Zusammen ist man weniger allein

Dienstag, 27. Januar 2009 | Autor: Anna-Lena

Inder sind Rudeltiere – ganz eindeutig. Streng hierarchisch aufgebaut, gibt es die Obermacker, die Normalos und die Looser. Also eigentlich wie überall. Nur dass Inder eben immer in Herden auftreten. Meistens bleiben sie dabei unter ihres Gleichen: Obermacker zu Obermacker, Looser zu Looser.

Aber niemals alleine. Das mögen sie irgendwie nicht. Wahrscheinlich haben sie Mitleid mit mir, wenn ich so ganz alleine im Café sitze – also setzen sie sich zu mir. Egal ob ich lese, grade was schreibe oder telefoniere. Egal ob ich weiterlese, weiterschreibe oder weitertelefoniere. Sie fangen an zu reden. Sie fangen an Fragen zu stellen. Sie erwarten, dass ich antworte.

Zusammen ist man weniger allein – aber manchmal hätte ich einfach gerne meine Ruhe!

Aber jetzt kennt man sich ja schon so gut, da gilt dann gleich das zweite Motto: Deins ist meins.

Dein Wasser ist mein Wasser, dein Essen ist mein Essen, deine Zettel finde ich auch interessant – schade nur, dass du kein Wasser hast, ich dein Essen nicht mag und mich deine Tasche nicht interessiert!

Ach, du spießiges, kaltes, unfreundliches Norddeutschland – manchmal vermiss ich dich!

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Die Kernkompetenz der Inder

Montag, 26. Januar 2009 | Autor: Anna-Lena

*edit* So, nachdem wir uns ja schon geweigert haben, unsere wunderschönen Passfotos hier hochzuladen, habe ich mir doch mal die Blöße gegeben, meine Wackeldackelkünste aufzunehmen… :-)

Video: Wackeldackeln leicht gemacht! *edit ende*

Inder haben eine echte Begabung: Sie schütteln ihren Kopf nicht. Sie nicken nicht. Nein, sie wackeldackeln! Dabei geht der Kopf gleichmäßig nach links und rechts und macht irgendwie immer noch so’n kleinen Abstecher nach unten…
Ich hab mal versucht das nachzumachen – und bin gescheitert! Es sieht albern aus. Ich bin zu langsam. Ich beweg dabei meinen ganzen Oberkörper und so hat das nichts mehr von der eleganten indischen Art. Bei mir sieht das aus wie bei einem Roboter: abgehackt. Geschweige denn, dass ich dabei noch lächeln könnte. Ha, keine Chance – ich bin doch viel zu konzentriert und angestrengt…
Keine Ahnung wie die Inder das machen. Auf alle Fälle ist da irgendwas in meinem Hals, das es mir unmöglich macht zu wackeldackeln – wie gemein!

Thema: 6. Indien | 7 Kommentare