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Arschloch-Japaner gesucht!

Dienstag, 25. November 2008 | Autor: Steffen (2MenschReise)

Wir suchen ein ca. 20 Jahre altes Arschloch mit schulterlangen, dunkelbraunen Haaren und braunen Augen. Der Typ ist etwa 170 cm groß und schlank bis dünn. Falls ihn irgendwer sehen sollte: Hau ihm bitte eins rein und nimm ihm die 75 Euro weg, die er aus Anna-Lenas Geldbeutel gemopst hat! Penner!

Tja und so kann’s gehen: Wir waren bei Vali, im schönsten Homestay des ganzen Iran und saßen alle gemeinsam beim Abendessen. Anna-Lena ist dann mal eben kurz runter ins Zimmer – Pille und so. Auf jeden Fall hat sie den Geldbeutel in dem die Pille und 75 Euro waren danach im Zimmer liegenlassen. Ja, wir wissen, dass man Geldbeutel immer ganz toll verstecken muss. Aber sei’s drum. Auf jeden Fall ist einer irgendwann mitten beim Essen aufgestanden und meinte, dass ihm unheimlich plötzlich ganz unheimlich schlecht ist. Und jetzt ratet mal wer das war? Genau: Der Arschloch Japaner!

Und falls hier irgendwer mit dieser verblödeten Unschuldsvermutung daher kommt – vergesst es! Auf dem Weg von der Türkei über den Iran nach Turkmenistan haben wir uns endgültig an Diktaturen und die einfachen Regeln dort gewöhnt:

Der war’s! Basta und aus! Blödes Arschloch!

p.s. Wir haben das gerade eben, bei unserer wöchentlichen Haben-wir-eigentlich-noch-alles-Inventur gemerkt. So ein Penner!

p.p.s. Neue Regel: wir schauen ab jetzt jeden Abend ob wir noch unsere Kreditkarten, EC-Karten, das Bargeld und die Pässe haben. Man kann ja nie wissen…

Thema: 2. Iran, 3. Turkmenistan, Allgemeines | 5 Kommentare

Ein teurer Tag

Samstag, 22. November 2008 | Autor: Anna-Lena

Ganz entspannt mit dem Zug über die Grenze – die Zeiten sind vorbei. Jetzt bleibt uns oft nichts anderes mehr übrig als mit dem Taxi zur Grenze, rüberlaufen und mit dem nächsten Taxi weiter… Tja, dann weiß man wenigstens gleich wie die schlimmste Sippe des Landes so drauf ist.

Podcast: Mal wieder eine Grenze

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Die Iraner und ihre Grenze

Freitag, 21. November 2008 | Autor: Steffen (2MenschReise)

Mal wieder ne Grenze, mal wieder Bauchgribbeln und mal wieder alles umsonst und vollkommen unbegründet: Böse Grenzen gibt es nicht. Zumindest nicht dort wo ich es erwartet habe: zwischen Iran und Turkmenistan.

Mitten in der Nacht, um 6:00 Uhr morgens, sind wir in Maschad los. Rein in die Berge immer weiter nach Norden und nach Bajgiran - die Grenze zu Turkmenistan.

In Bajgiran gibt es wenig Menschen und mehr LKWs als Häuser; oben auf dem Berg steht die Grenzstation. Ein großer grauer Kasten. Einen aufdringlichen Geldwechsler hatten wir erfolgreich abgehängt und schneller als wir gucken konnten standen wir auch schon vor dem ersten iranischen Beamten:

„Haben Sie etwas zu verzollen? Nein? Na gut, dann eben nicht. Danke für Ihren Besuch im Iran und viel Spaß bei Ihrer weiteren Reise!“ Das war also der iranische Zoll. Das Ding um unsere Rucksäcke zu durchleuchten hat er nicht mal angeschmissen. Sehr interessant.

Weiter geht’s: Wir brauchen schließlich noch einen Stempel. Und siehe da, zehn Meter weiter steht auch schon die Stempelbude. Pässe durch den Schlitz im Fenster und „Zack“, der Stempel ist im Pass.

Tschüß Iran! Schön war’s! Bis zum nächsten Mal!

Aber stopp mal: Unser Taxifahrer trägt ja immer noch Anna-Lenas Rucksack und läuft munter quasselnd neben uns her. Hallo, das ist eine Grenze! Hier darf doch nicht jeder einfach rumspazieren, wie er möchte.

Ihn scheint das wenig zu interessieren und die iranischen Grenzer irgendwie auch nicht. Erst ganz zum Schluss, wirklich in letzter Sekunde, hindern ihn zum Glück zwei Soldaten daran über die letzte Linie zu laufen: der wäre wahrscheinlich einfach mit rüber spaziert und mit uns durch Turkmenistan und bis Indien getingelt…

Thema: 2. Iran | Ein Kommentar

Ein kleiner Rückblick: Iran

Donnerstag, 20. November 2008 | Autor: Anna-Lena

Der Iran ist toll. Es ist ein wunderschönes Reiseland, das wirklich alles zu bieten hat: Berge, Meer, Wüste und eben alles was dazwischen ist. Die Menschen sind unglaublich gastfreundlich und hilfsbereit. Und Deutschland finden sie alle super: Dank Hitler und der Deutschen Bundesliga. Auf alle Fälle ist es unkompliziert und angenehm durch den Iran zu reisen. Wir haben uns immer sicher und willkommen gefühlt.

Video: Rückblick Iran

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Ein kleiner Nachtrag zu den Kopftüchern

Donnerstag, 20. November 2008 | Autor: Anna-Lena

Die Kommentare zu dem Beitrag „Die Geschichte mit dem Kopftuch“ haben mich nochmal nachdenken lassen. Ich sollte nicht einfach sagen, dass das sinnlos sei und nicht zu schnell urteilen. Genau das wollte ich eigentlich gar nicht, hab es aber scheinbar getan. Aber ich glaube, ich habe mich auch undeutlich ausgedrückt. Ich habe nichts dagegen, wenn Frauen sich aus Überzeugung verschleiern. Auch wenn es für mich befremdlich ist. Viel weniger versteh ich, warum man ein Gesetz braucht. Grade weil ich das Gefühl hatte, dass viele Frauen es aus Überzeugung tun. Aber da habt ihr vollkommen Recht: Ich werde nie wissen, ob sie es wirklich aus Überzeugung tun oder es einfach aus Gewohnheit tun oder unterdrückt werden. Wie auch immer. Hier nochmal ein kleiner, etwas fundierterer Nachtrag.

Podcast: Nachtrag Kopftuch

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Ruhe bei Vali und Aufregung vor Turkmenistan

Mittwoch, 19. November 2008 | Autor: Steffen (2MenschReise)

Wir sitzen gerade in einem „Homestay“ oder einfacher gesagt in der Wohnung von Vali, einem 55 Jahre altem Iraner, der gerade dabei ist, ein Hostel zu gründen. Vali hatte das große, große Glück im Frühjahr Marc Elliot von Lonely Planet über den Weg zu laufen. Seit inzwischen 3 Monaten gibt es eine neue englische Iran-Ausgabe und Vali ist mit drin – als DER Tourguide und DIE Unterkunft in Maschad. Ein Eintrag im Lonely-Planet ist hier übrigens richtig viel Geld wert: Jeder Backpacker zahlt immerhin 5 Dollar für die Übernachtung und 3 Dollar für das Abendessen. Und das ist es bei Vali auch ganz dicke wert!

Wir sind übrigens über das Eisenbahnbüro an Vali gekommen. Unser Lonely Planet ist zu alt und Vali leider noch nicht aufgeführt. Der alte Herr hinter dem Ticketschalter konnte kein Wort englisch und hat uns irgendwann einfach den Telefonhörer in die Hand gedrückt. Vali war am anderen Ende und so sind wir bei ihm gelandet. Und hier ist es wirklich richtig nett. Vali hat schnelles Internet, eine super nette Frau und einen Sohn, der gerade für 5 Dollar Kopfgeld dabei ist, unsere beiden Laptops ins Netz zu bringen.

Das beste an Vali ist aber, dass er uns morgen Früh um 6:00 Uhr für 30 Dollar die gut 200 Kilometer zur Turkmenischen Grenze fährt. So brauchen wir wenn alles gut läuft 3 Stunden. Mit dem Bus hätten wir locker 6 gebraucht. Und irgendwie gibt es uns auch ein gutes Gefühl jemanden zu haben, der uns direkt vorm Grenzhäußchen absetzt und das vor uns auch schon mit vielen anderen gemacht hat.

Irgendwie macht mich diese Grenze langsam ein bisschen nervös: Man hört hier immerhin die abenteuerlichsten Geschichten. Geschichten, dass die Grenze manchmal einfach geschlossen ist, dass es locker 3 Stunden brauchen kann, bis alle Formalitäten durch sind und die Rucksäcke zum X-ten Mal durchsucht wurden. Und Geschichten von Grenzern, die einem nur im Tausch gegen ziemlich viel Bargeld den Einreisestempel geben.

Ein Japaner, der auch gerade bei Vali wohnt hat uns beim Abendessen noch davor gewarnt, dass wir bei Überlandfahrten mit dem Taxi doch auf jeden Fall unser Mittagessen selbst bezahlen sollen. Er hat vor zwei Tagen für die fast 1000 Kilometer von Turkmenabat bis Ashgabat 20 Dollar für’s Taxi bezahlt – und beim Aussteigen noch mal 10 für’s Mittagessen…

Mal abwarten wie’s uns ergeht…

Thema: 2. Iran | 4 Kommentare