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Unser Auftritt in der Sylvestershow

Mittwoch, 31. Dezember 2008 | Autor: Anna-Lena und Steffen

Wir wurden entdeckt! Ganz im Ernst! Wir wurden tatsächlich gefragt, ob wir in der Sylvestershow des indischen Staatsfernsehens mitmachen wollen. Und zwar bei dem „Happy New Year!“ – Song! Aber klar, den Spaß lassen wir uns nicht entgehen. Selbst wenn wir nur in der hintersten Reihe mittanzen – alleine das ganze Spektakel von wegen indisches Shooting und so ist es uns wert. Aber von wegen: Wir sind angeblich die Heros! Angeblich sollen wir singen und tanzen und sowieso alles. Also gut, warum nicht?! Vielleicht wird’s ein bisschen peinlich, aber witzig wird’s allemal.

Drehtag 1: Es gibt Probleme. Was genau, weiß keiner, irgendwie mal wieder indische Bürokratie. Wir stehen heute nicht mehr auf der Liste. Aber wir dürfen uns das ganze Spektakel trotzdem angucken. Und das ist echt beeindruckend. Doch eher mit den Modellen des letzen Jahrtausends ausgestattet, schaffen sie es irgendwie ihre Tänzer und Tänzerinnen ins richtige Licht zu bringen. So ganz synchron ist das Ganze zwar nicht, aber alle sind motiviert dabei und grinsen wie die Honigkuchenpferde! Und das können die Inder echt gut! Wir sind auf alle Fälle beruhigt: Wenn wir bei unserem Auftritt mal aus dem Takt kommen sollten, ist das nicht so schlimm. Das sind die hier gewohnt.

Drehtag 2: Heute ist unser großer Auftritt. Eigentlich. „Programme has changed. Today he is shooting something else. Your performance is tomorrow evening.” Macht ja nichts, dann eben morgen.

Drehtag 3: Jetzt aber. Endlich. Wir sind am Set und werden schon erwartet. Unsere Szene ist zwar noch nicht dran. Aber allzu lange kann es nicht mehr dauern. Es ist schließlich schon dunkel und Inder arbeiten bestimmt nicht länger als unbedingt nötig… Von wegen. Die machen sich das richtig gemütlich am Set. Zumindest die, die was zu sagen haben. Da gibt es dann den klassischen indischen boy, der immer mal wieder losgeschickt wird, um die Plastikbecher zu füllen – mit Whiskey. Aber natürlich alles ganz diskret. So, dass es keiner merkt. Fast keiner. Denn zum Schluss sind sie alle so rappelvoll, dass es einfach JEDER merken muss. Und dann, endlich,  kommt unser Auftritt. Wir dürfen zwar nicht tanzen, aber dafür werden wir richtig in Szene gesetzt: Die ganze Mannschaft steht hinter uns, wir alle haben eine Kerze in der Hand und unsere Aufgabe ist es, langsam ein paar Schritte nach vorne zu gehen, dann die Kerze in die Luft zu heben und hin- und herzuschwenken! Und bei dieser bedeutenden Szene stehen wir also tatsächlich in der allerersten Reihe. Es gibt nur einen Haken: Gefilmt wird von hinten! Dankeschön!
Tja, so sind die Inder. Sie haben uns gelinkt. Aber unseren Spaß hatten wir trotzdem. Das Video sollen wir auch angeblich kriegen, mal sehen, ob die Inder ihr Versprechen halten. Wenn ja, stellen wir’s natürlich online!

So, und jetzt wünschen wir Euch einen guten Rutsch und lasst es krachen!

Liebe Grüße,
Steffen und Anna-Lena

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Spielkinder

Dienstag, 30. Dezember 2008 | Autor: Anna-Lena

Jetzt hat Steffen endlich einen Kumpel gefunden, mit dem er spielen kann: Der Neuseeländer Sean, der auch so gerne Fotos macht. Und in diesem stilvoll eingerichtetem Wohnzimmer sind sie dann endgültig durchgedreht. Die Farben seien so toll, die Einrichtung so inspirierend – noch einen kleinen Vodka – und sowieso das Licht ist ganz speziell. Mit Stirnlampe, Kerze und Lampenschirmen – die sie kurzerhand zu Reflektoren umfunktioniert hatten – wurde das ganze Set dann richtig in Szene gesetzt. Aber guckt euch die Bilder am Besten selbst an…

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Lektion verstanden

Dienstag, 30. Dezember 2008 | Autor: Anna-Lena

In Bishkek hatten wir nur einen kurzen Stop gemacht. Jetzt soll es endlich weitergehen – an den Lake Issyk-Kül, nach Karakol. Eigentlich ist die Strecke echt schön, die meiste Zeit fährt man am See entlang und kann einfach nur die Landschaft bewundern. Doch ungefähr auf der Hälfte wurde dieses einfach rausglotzen und genießen schlagartig unterbrochen. Kurz vor uns gab es einen Unfall. Und eins haben wir gelernt: Beim nächsten Mal shared taxi fahren, achten wir nicht auf den Preis, sondern auf das Auto!

Podcast: Lektion verstanden

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Nebensaison im Nomad’s

Montag, 29. Dezember 2008 | Autor: Anna-Lena

In der Nebensaison gibt es weniger Touristen. Also müssen die Hostels ja irgendwelche Anreize finden wenigstens die Touristen, die es gibt, zu sich zu locken. Zum Beispiel billigere Preise oder irgendwelche tollen Special-Angebote. Könnte man meinen. Sollte man aber lieber lassen.

Podcast: Nomad’s

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Wie läuft das mit den Autos?

Montag, 29. Dezember 2008 | Autor: Steffen (2MenschReise)

Das Thema lässt mich nicht mehr los: Die Autos in Kirgisistan. Hier wimmelt’s von deutschen Autos. Ganz hoch im Kurs stehen alte Audi 100. Am besten als Kombi oder Schrägheck. Ohne Automatik aber mit Klimaanlage. Kilometerstand ziemlich egal. Alte Mercedes und VW gehen auch noch. BMW ist nicht so der Brüller.

Die Dinger gibt’s bei ebay für unter 1000 Euro und hier wechseln sie für 3000 Euro den Besitzer. Das reicht zwar nicht um damit Geld zu verdienen aber ganz locker um die Fahrt bis hier her zu bezahlen: Sprit, Visa, Essen, Bestechungsgelder und Rückflug. Alles inklusive. Und auf dem Basar sind die Autos, die direkt aus Deutschland kommen und dann auch noch von einem Deutschen verkauft werden kaum zu toppen. Gutes Geschäft fast garantiert.

Die schönste Route ist sicher so, wie wir gereist sind. Billiger ist’s aber den Iran auszulassen und mit der Fähre über’s kaspische Meer direkt nach Turkmenistan zu kommen. Die Iraner verlangen für eine Durchfahrgenehmigung leider viele hundert Dollar. Georgien, Armenien und Aserbaidschan sind aber bestimmt auch ziemlich interessant.

Falls also wer Lust und Zeit hat vier Wochen durch die Welt zu tingeln und nebenbei ein Auto zu verkaufen – einfach mal eine Mail schicken. Ich bin mir sicher, dass das einen Heidenspaß macht…

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Die stolzesten Shared-Taxi-Fahrer der Welt

Sonntag, 28. Dezember 2008 | Autor: Steffen (2MenschReise)

Unsere Zeit in Arslanbob ist vorbei. Leider. Es geht weiter nach Bishkek. Gute zehn Stunden Autofahrt. 700 Kilometer und zwei Pässe über 3000 Meter. Um diese Zeit des Jahres geht das oft nur noch mit dem Flugzeug. Für uns geht’s, dank Klimawandel und ein bisschen Glück, auch in einem weinroten VW Vento.

Der Vento gehört zwei Brüdern und ist für die beiden nagelneu. Beim losfahren wird die Lüftung getestet, das Radio ausprobiert und die Hupe geprobt. Beide haben spürbar angst um ihr neues Auto und uns soll’s recht sein: Sie warnen sich gegenseitig vor jedem Schlagloch und jeder Bodenwelle. Sie überholen nur, wenn weit und breit kein anderes Auto ist und fahren auch sonst extrem langsam und vorsichtig.

Gemütlich geht’s durch die Berge. Enge Kurven und tolle Ausblicke. Seen links. Berge rechts. Und andersrum. So entspannt und angstfrei sind wir schon lange nicht mehr vorwärts gekommen.

Da stört’s auch fast nicht, dass unsere Gurte auf der Rückbank abgeschnitten sind. Warum auch immer…

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